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Talk am Donnerstag mit Musa Deli

| Bildung | Soziales

Am Donnerstag, 17. September, ist der Autor und Referent Musa Deli um 19 Uhr zu Gast beim „Talk am Donnerstag“ in der VHS Ahlen im Alten Rathaus am Markt. Er stellt sein aktuelles Buch vor und spricht über Stadtbild, Selbstbild und Weltbild, über die Zukunft von Migration und Integration. Musa Deli ist Sozialwissenschaftler und Sozialpsychologe, Autor, Referent und interkultureller Trainer.

Musa Deli wurde 1982 als dritter Sohn einer sogenannten „Gastarbeiterfamilie" in Köln geboren. Seine Schullaufbahn weist nach eigenen Angaben den ein oder anderen Umweg auf. Letztendlich machte er sein Abitur am Abendgymnasium, nachdem er zunächst den Beruf des Industriemechanikers erlernt hatte. Anschließend nahm er ein Studium der Sozialwissenschaften und Sozialpsychologie an der Universität zu Köln auf und schloss erfolgreich ab. Er arbeitete einige Jahre in unterschiedlichen Zusammenhängen mit psychisch erkrankten Menschen. Seit 2019 leitet er das Gesundheitszentrum für Migrant*innen in Köln.

Deutschland ist längst Einwanderungsland – und doch bleibt echte Teilhabe für viele Menschen mit Migrationsgeschichte bis heute schwer erreichbar. In „Unsichtbare Mauern“ zeigt Musa Deli, warum das gängige Integrations-Paradigma immer wieder scheitert: nicht wegen fehlender Appelle, sondern wegen struktureller, oft unausgesprochener Barrieren – von kulturellen Codes und Rollenbildern bis hin zu Tokenismus und medialen Verzerrungen. Das Buch ist ein klarer, analytischer und zugleich gut zugänglicher Beitrag zur aktuellen Debatte – mit dem Anspruch, Migration nicht als Bedrohung, sondern als Zukunftschance zu verstehen und die Voraussetzungen für echte Offenheit und Chancengleichheit zu benennen. Was Integration blockiert, sind laut Musa Deli nicht nur fehlende Maßnahmen, sondern unausgesprochene Erwartungen, stille Normen und tief verankerte Bilder von Zugehörigkeit. „Die Mauern, die uns trennen, stehen nicht zwischen Kulturen – sie stehen in den Köpfen derer, die glauben, sie hätten keine.“ Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen jene unsichtbaren Mauern, die Teilhabe erschweren: unbewusste Haltungen, vertraute Muster der Ungleichheit und Bilder von Normalität, die häufig unausgesprochen bleiben. Sie formen unser gesellschaftliches Zusammenleben stärker, als es uns bewusst ist. Deli zeigt, dass Integration nicht nur an Migranten scheitert, sondern auch an einer Dominanzgesellschaft, die Vielfalt nur akzeptiert, wenn sie möglichst unsichtbar bleibt. Diese Mauern wirken nicht laut, sondern leise – in Klassenzimmern, Ämtern, Betrieben und Alltagsbegegnungen. Gerade weil sie unsichtbar sind, prägen sie Biografien, Selbstwert und Chancen über Generationen. Auch das Stadtbild, so Deli, ist nicht einfach eine Kulisse, sondern Ausdruck dessen, wer sichtbar wird und wer unsichtbar bleibt. Gesellschaft ist kein festes Bild, sondern ein Prozess. Was in Biografien, Wirtschaft und Politik selbstverständlich ist – Entwicklung –, muss auch für das gesellschaftliche Miteinander gelten. Doch viele erleben Veränderung als Verlust, und genau dort entstehen jene unsichtbaren Mauern, die Deli beschreibt. Deli macht sichtbar, wie sich Zugehörigkeit und Abgrenzung im Stadtbild spiegeln – und wie sehr sie unsere innere Haltung prägen. Er zeigt, dass der Mythos „gelungene Integration“ zusammenbricht, sobald knappe Ressourcen wie Macht, Wohnraum oder Chancen ins Spiel kommen.

Im „Talk am Donnerstag" werden aktuelle Themen aufgegriffen und diskutiert. Nach einem einführenden Beitrag haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit unseren Talkgästen zu diskutieren. Das Moderatoren-Team, bestehend aus der Journalistin Maria Kessing und dem Journalisten Dierk Hartleb, fragt nach und lässt Sie zu Wort kommen. Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit!

Die Veranstaltung ist gebührenfrei und wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!". Um Anmeldung wird gebeten unter www.vhs-ahlen.de oder telefonisch in der VHS-Geschäftsstelle: 0 23 82 59 436.


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