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Vielfalt macht Heimat

| Kultur | Schule

Was bedeutet eigentlich Heimat? Ist sie ein Ort, eine Sprache, ein Geruch, ein Mensch oder ein Gefühl? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Vernissage des Offenen Ateliers der Therese-Münsterteicher-Gesamtschule unter der Leitung der Kunstpädagogin und Lehrerin Leonora Thiele.

Zahlreiche Eltern, Lehrkräfte sowie Vertreterinnen und Vertreter des Kunstvereins Ahlen, des Kunstmuseums Ahlen, der Glückauf-Stiftung und der Stadt Ahlen kamen zur Ausstellungseröffnung und erlebten einen Nachmittag, der Kunst, Musik und persönliche Geschichten miteinander verband.

Bereits in den Grußworten des stellvertretenden Bürgermeisters Serhat Ulusoy und von Karl-Heinz Meiwes für die Glückauf-Stiftung wurde deutlich: Heimat ist kein feststehender Begriff, sondern etwas sehr Individuelles. Jeder Mensch verbindet eigene Erinnerungen, Erfahrungen und Gefühle damit – ein Gedanke, der sich wie ein roter Faden durch die gesamte Ausstellung zog.

Die ausgestellten Arbeiten entstanden im Offenen Atelier der Jahrgänge 9 und 10. Dort arbeiten Schülerinnen und Schüler ohne Notendruck und unabhängig von künstlerischen Vorkenntnissen an eigenen Projekten und werden darin unterstützt, individuelle Zugänge zu finden. Im Mittelpunkt stehen das Ausprobieren, die kreative Freiheit und die Entwicklung einer eigenen Bildsprache. Die großzügige Unterstützung der Glückauf-Stiftung Ahlen trug maßgeblich zum Gelingen des Projekts bei.

Nach einem intensiven Entscheidungsprozess wählten die Jugendlichen das Thema „Heimat“. Inspirieren ließen sie sich dabei von der Ausstellung „Süße Heimat“ des Kunstmuseums Ahlen. Im letzten Jahr recherchierten sie, experimentierten mit unterschiedlichen Materialien und Techniken und entwickelten ganz persönliche Antworten auf die Frage nach Heimat.

Die Ergebnisse hätten vielfältiger kaum sein können. Malerei, Zeichnungen, Hoch- und Tiefdrucke, Fotografien, plastische Arbeiten und Filme zeigten Heimat als Landschaft, Familie, Sprache, Erinnerung oder Ort der Geborgenheit. Aussagen der Jugendlichen wie „Heimat gehört niemandem allein“ oder „Herkunft bestimmt nicht die Identität“ machten deutlich, wie intensiv sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Doch die Ausstellung war weit mehr als eine Präsentation von Kunstwerken. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten den Abend aktiv mit: Musikalische Beiträge sorgten für einen feierlichen Rahmen, der Deutschkurs von Ulla Niehues der Jahrgangsstufe 10 trug selbst verfasste Gedichte vor, und eigens produzierte Videos und Interviews ermöglichten vorab Einblicke in den kreativen Arbeitsprozess.

Auch die museumspädagogische Gestaltung überzeugte. Durch die Schülerinnen und Schüler selbst entwickelte Audioguides, Mitmachaktionen und ein Quiz führten die Jugendlichen ihre Gäste durch die Ausstellung. Ein eigens eingerichteter Museumsshop mit Postkarten und ausgewählten Originalarbeiten rundete das Konzept ab und verlieh der Ausstellung einen professionellen Charakter.

Die Vernissage zeigte eindrucksvoll, welchen Stellenwert kulturelle Bildung an der Therese-Münsterteicher-Gesamtschule besitzt. Kunst wurde hier zum Ausgangspunkt für Gespräche über Identität, Zugehörigkeit und kulturelle Vielfalt. Die Werke der Schülerinnen und Schüler machten sichtbar, dass Heimat viele Gesichter hat – und dass gerade diese Vielfalt eine Gemeinschaft bereichert.

Die Ausstellung machte deutlich: Kunst schafft Räume für Begegnung und Perspektivwechsel. Sie lädt dazu ein, die Geschichten anderer kennenzulernen und die eigene Sichtweise zu hinterfragen. Genau das ist den jungen Künstlerinnen und Künstlern mit ihrer Ausstellung eindrucksvoll gelungen.


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