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Wenn alles wächst: Warum die Grünpflege nicht überall gleichzeitig sein kann

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Die Sonne scheint, die Pflanzen wachsen und überall grünt und blüht es. Was sich schön anhört und vielerorts auch ist, stellt dann den Fachbereich Grünpflege der Ahlener Umweltbetriebe (AUB) vor große Herausforderungen. Das sogenannte „Wuchswetter“ bringt enormes Wachstum mit sich. Deshalb setzen die AUB auf klare Prioritäten, angepasste Pflege und stellenweise Unterstützung von außen.

Unter Wuchswetter versteht man eine Kombination aus ergiebigem Niederschlag und warmen Temperaturen, die Gras, Hecken und Bäume besonders schnell wachsen lässt. Eben genau das Wetter, das uns seit Wochen intensiv begleitet. Bei 150.000 bis 200.000 Quadratmetern Rasenfläche, rund 220.000 Quadratmetern Friedhofsfläche und etwa 150.000 Quadratmetern Parkfläche im Stadtgebiet kommt eine große Fläche zusammen, die gepflegt werden muss. In solchen Jahreszeiten muss eine Priorisierung von Maßnahmen gut durchdacht sein.

Sicherheit geht vor: Fokus auf Kreuzungen und Schulwegen

Grundsätzlich arbeiten die Teams mit festen Pflegeintervallen. Bei starkem Wachstum reichen diese jedoch nicht aus. Deshalb wird im Einzelfall geprüft: Ist die Verkehrssicherheit beeinträchtigt, etwa durch verdeckte Schilder oder unübersichtliche Kreuzungen? Auch Schulwege stehen besonders im Fokus. „Wenn das Grün so hoch ist, dass Kinder den Verkehr nicht mehr sehen oder selbst schlecht gesehen werden, wird es gefährlich“, weiß AUB-Leiter Dennis Hadrika.

Außerdem hat das AUB-Team das sogenannte Straßenbegleitgrün im Blick. Dazu gehören nicht nur Büsche und Sträucher, sondern auch „Stockausschläge“, bei denen das Wurzelwerk von Bäumen neue Triebe bildet und so schnell die Sicht für die Verkehrsteilnehmenden versperrt. „Wir haben im gesamten Stadtgebiet rund 110.000 Quadratmeter Straßenbegleitgrün, für das die Stadt zuständig sind“, so Hadrika weiter. Die Pflege des gesamten Bestandes sei daher an externe Firmen vergeben, um den eigenen Mitarbeiterstamm an anderen Grünhotspots einzusetzen.

Viele Aufgaben: Wo zuerst gemäht wird

Die AUB Mitarbeitenden übernehmen zahlreiche Aufgaben: Rund 20.000 Stadtbäume müssen regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Ein Kollege ist allein für die Bewässerung der Jungbäume zuständig. Hinzu kommen etwa 60 Spielplätze. Dort kümmern sich ein Kontrolleur und eine Fachkraft um die Instandhaltung, während fünf Mitarbeitende Pflegearbeiten wie Sand, Wege, Büsche und Sträucher zuständig übernehmen.

Den Rasen auf Spielplätzen und weiteren Flächen mähen drei Mitarbeitende. Dafür stehen ein Großmäher mit 3,60 Metern Schnittbreite sowie zwei kleinere Geräte zur Verfügung. Zusätzlich werden Wanderwege und Hecken im Außenbereich gepflegt. Hadrika berichtet, dass sich in den vergangenen Jahren die Bedingungen der Grünpflege massiv geändert haben. „Wir haben deutlich mehr Grünflächen und es ist zum Beispiel der Einsatz von Herbiziden nicht mehr gestattet.“

Hinweise aus der Bürgerschaft auf Problemstellen werden selbstverständlich sehr ernst genommen und geprüft. Doch nicht jede Fläche ist den AUB zuzuordnen. „Teilweise sind dafür auch Straßen.NRW oder der Kreis Warendorf verantwortlich. In solchen Fällen geben wir die Meldung weiter“. Liegt die Zuständigkeit bei der Stadt, wird der Handlungsbedarf eingeordnet und nach Priorität bearbeitet. Dennis Hadrika wirbt deshalb für die AUB um Verständnis: „Bei diesem Wuchswetter können wir nicht überall gleichzeitig sein. Unser Fokus liegt dort, wo es für alle am wichtigsten ist.“
 


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