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Zeichen für Vielfalt und Respekt am Rathaus

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Mit der erstmaligen Beflaggung der Progress-Pride-Flagge setzt die Stadt Ahlen gemeinsam mit dem Netzwerk für Vielfalt ein sichtbares Zeichen für Offenheit, Respekt und gesellschaftliche Vielfalt. Hausmeister der Stadtverwaltung hissten sie am Mittwoch in Anwesenheit von Vertreterinnen und Vertretern des Netzwerkes am Rathaus. Im Mittelpunkt eines sich anschließenden Gespräches standen das Thema Vielfalt und die Situation der LSBTIQ*-Community in Ahlen.

Holger Ungruhe, Leiter des städtischen Fachbereichs für Jugend, Soziales und Integration, dankte allen, die sich für Vielfalt und Toleranz in der Gesellschaft einsetzen. Zugleich zeigte er sich gespannt auf den Austausch mit dem Netzwerk sowie auf die Reaktionen, die das Zeigen der Flagge hervorrufen werden. Wie sich im Dialog zeigte, spielt insbesondere das Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum noch immer eine wesentliche Rolle. Sichtbarkeit – etwa durch das Hissen der Flagge – sei zwar wichtig, zugleich wollten viele Angehörige der Community lieber nicht sichtbar sein. Schutzräume seien weiterhin notwendig. So gebe es nur wenige Orte, an denen sich insbesondere junge trans* Personen treffen könnten.

Auch queere Menschen mit Migrationsgeschichte seien bislang nur wenig vernetzt. Daher stelle sich die Frage, wie auch diese Gruppe besser erreicht werden könne. Deutlich wurde zudem, dass queere Identitäten nicht pauschal betrachtet werden dürften. Die Bereitschaft zu einem Coming-out hänge weiterhin stark davon ab, wie offen das persönliche Umfeld mit dem Thema umgehe. Eine gute Begleitung könne dabei hilfreich sein, ebenso wie Beratungsangebote an Schulen. Nach Einschätzung der Teilnehmenden gibt es in Ahlen bereits hilfreiche Strukturen. Es sei ein Trend erkennbar, dass junge Menschen sich immer früher zu einem Coming-out entschließen. In der Altenhilfe stelle sich die Situation dagegen häufig anders dar, da viele ältere Menschen kaum Möglichkeiten hatten, ihre sexuelle oder geschlechtliche Identität offen zu leben.

Sandy Richter aus dem Fachbereich Jugend, Soziales und Integration betonte: „Gerade Kitas und Schulen sind herzlich eingeladen, dem Netzwerk beizutreten. Aber auch jede private Person, die sich für die LSBTIQ*-Community engagieren möchte.“ Das Netzwerk für Vielfalt wurde im Jahr 2024 auf Initiative der städtischen Leitstelle „Älter werden in Ahlen“ gegründet. Zahlreiche Ahlener Vereine und Wohlfahrtsverbände haben sich zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für eine inklusive Stadtgesellschaft einzusetzen. Das Netzwerk plant verschiedene Veranstaltungen, um Vielfalt sichtbar zu machen und gesellschaftliche Diskussionen anzuregen. Getragen wird es unter anderem von SkF, Innosozial, Caritas, AWO, der Familienbildungsstätte, dem Bürgerzentrum Schuhfabrik, der Aidshilfe, dem Projekt „Demokratie leben“, der St.-Elisabeth-Stiftung, dem Verein Alter und Soziales sowie der Stadt Ahlen.

Bereits im vergangenen Jahr unterstützten die Glückauf-Stiftung sowie der Verein Alter und Soziales e. V. die Kinoreihe „Filme unterm Regenbogen“. Zudem fanden eine „Lesung unterm Regenbogen“ sowie eine „Ausstellung unterm Regenbogen“ statt.

Zum Hintergrund:

Die Flagge wird anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) am 17. Mai für eine Woche am Rathaus hängen. Der Aktionstag erinnert daran, dass Menschen weiterhin aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität Diskriminierung erfahren. Gleichzeitig steht er weltweit für Solidarität und gleiche Rechte.

Die vor dem Rathaus wehende Flagge erweitert die klassische Regenbogenflagge. Sie steht symbolisch für die Vielfalt queerer Gemeinschaften – darunter lesbische, schwule und bisexuelle Menschen ebenso wie Schwarze Menschen, People of Color sowie trans*, inter* und nicht-binäre Personen.

Weitere Informationen erteilt Sandy Richter unter Telefon 0 23 82 59 492 oder per E-Mail an richters@stadt.ahlen.de . Angebote und Informationen gibt es zudem unter www.Rosastrippe.net.


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