Der jetzt fertiggestellte zweite Bauabschnitt umfasst ein Investitionsvolumen von rund 9,3 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit rund 5,77 Millionen Euro. Bezogen auf die zuwendungsfähigen Kosten entspricht dies einer Förderquote von 70 Prozent. Die Auftragssumme für die Bauleistungen lag bei rund 5,85 Millionen Euro. Entstanden ist eine rund 1,3 Kilometer lange neue Fahrbahn mit begleitendem Radweg zwischen der Zeche Westfalen und der K 27, der Alten Beckumer Straße. Zum Bauabschnitt gehören außerdem ein rund 1000 Meter langer Lärmschutzwall, ein neuer Knotenpunkt mit der Schachtstraße und einem Wirtschaftsweg sowie der Kreisverkehr an der Osttangente und der Alten Beckumer Straße.
Auch bestehende Verkehrswege wurden in die Arbeiten einbezogen. So wurde die Schachtstraße auf einer Länge von rund 140 Metern ausgebaut. Der Wirtschaftsweg Im Schliek wurde auf etwa 830 Metern saniert. Die Osttangente soll den Verkehr aus der Innenstadt herausführen, Pendlerwege verkürzen und den gewerblichen Güterverkehr besser an das überörtliche Straßennetz anbinden. Eine leistungsfähige Verkehrsverbindung sei damit auch ein wichtiger Baustein für die weitere Entwicklung des Wirtschaftsstandorts, insbesondere des Zukunfts- und Gewerbestandorts Zeche Westfalen, betonte der Bürgermeister.
Gleichzeitig soll die Entlastung der Innenstadt neue Möglichkeiten eröffnen. Wo weniger Verkehr fließt, könne mehr Raum für Menschen, Wohnen, Aufenthalt und damit für Lebensqualität entstehen. Matthias Harman dankte den politischen Gremien, der Stadtverwaltung, den beteiligten Planungsbüros und Unternehmen sowie den Anliegerinnen und Anliegern. Einen besonderen Dank richtete er an das Land Nordrhein-Westfalen als Fördergeber. Gerade im Bereich Verkehr zeige sich das Land kommunalfreundlich, sagte er.
Nach der Ansprache übergab der Bürgermeister das Wort an Stadtbaurat Thomas Köpp. Der verspricht sich von der Umgehungstraße „eine Renaissance von Zeche und Stadt.“ Die verbesserte Erschließung des Gewerbegebiets werde die Ansiedlung weiterer Arbeitsplätze nach sich ziehen, erwartet Köpp. Sehr verdient gemacht habe sich seinen Worten nach der frühere AUB-Leiter Bernd Döding um die Osttangente. Dieser habe nach einer Phase des Stillstands vor rund fünfzehn Jahren die Initiative ergriffen und die Vollendung der Straße angestoßen, für die ein fertiges Planverfahren („das ist selten“) schon in der Schublade gelegen habe.
Leo Jakob vom Planungsbüro Gnegel stellte die gute Zusammenarbeit mit den Ahlener Umweltbetrieben (AUB) heraus. Die neue Straße treffe einen Nerv, was daran erkennbar sei, dass Fahrradfahrer schon während der Bauphase sich die Trasse erobert hätten. „Wir schaffen was“, bewertet auch AUB-Leiter Dennis Hadrika die Osttangente als gelungenes Gemeinschaftsprojekt. Sein Team mache zusammen mit allen Baubeteiligten „einen tollen Job“. Der Blick richtet sich nun auf den dritten Bauabschnitt. Mit dessen Inbetriebnahme im kommenden Jahr wird das Projekt Osttangente abgeschlossen werden.


